Pranger

Wir kriegen Dich!

(Wien, 18. November 2005) Im Anschluss an die Pressekonferenz des Konsortium ZKM am 18. November auf der Wiener Mariahilferstrasse wurde eine der neuen Massnahmen vor Ort erstmals exekutiert: Mit den mit Hilfe viraler Technologien identifizierten Raubkopierern wurden aussergerichtliche Vergleiche abgeschlossen, in denen neben einer Zahlung unterschiedlicher Höhe vertraglich verpflichtend die Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten festgelegt wurde.

Die Delinquenten werden dabei in einer Reihe von Medienaktionen auf grossen Einkaufsstrassen "aus dem Dunkel der Anonymität ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt" und den Medienvertretern "zum Frass vorgeworfen", wie das Knut Blaschke vom Konsortium ZKM bei der Pressekonferenz formulierte. Diese "provokante und ironische Form der öffentlichen Vorführung" diene der Untermauerung der zukünftigen "Zero Tolerance Politik gegenüber den raubkopierenden Massen" und solle "bewusst an mittelalterliche Strafmassnahmen" erinnern.

Da einige der betroffenen Raubkopierer kein regelmässiges Einkommen beziehen, wurden ihnen von den Rechtsabteilungen jeweils eine Vereinbarung zur Ratenzahlung der entsprechenden Summe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren angeboten.


Illegale Raubkopien von drei Alben französischer Chansons im Zeitraum 13. - 17. August 2005 durch Theresa Baminger, wohnhaft in Salzburg. Auch wenn die junge Studentin behauptet, sie hätte diese Alben "für ihre Diplomarbeit" benötigt und sie wären "nicht erhältlich" gewesen - dieser Tatbestand ist und bleibt das klassiche Copyright-Verbrechen! Zahlung von drei Mal €1000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, ergibt €3000, plus verpflichtendes dreimaliges Mitwirken bei unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

 
Illegale Raubkopien der äusserst kostspielig produzierten James-Bond-Werke "Die Welt ist nicht genug" und "Stirb an einem anderen Tag" am 2. und 3. Juli 2005 durch Gerhard Neubauer, wohnhaft in Wien. Nein, diese Filme sind nicht "zu uninteressant" für einen Kinobesuch oder "zu teuer" als DVD! In Folge dieses Delikts ergab sich eine Zahlung von €2000 pro Film im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, machte insgesamt €4000 an Entschädigungszahlung, plus verpflichtendes zweimaliges Mitwirken bei unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.


Illegale Raubkopien von 23 Folgen der TV-Serie "24" in der englischsprachigen Originalversion im April 2005 durch Christine Fuschek, wohnhaft in Krems an der Donau. Sie behauptet, sie hätte "keine Videothek zum Ausleihen" gefunden. Wir sagen: Wer suchet, der findet! Pro Folge €500, macht insgesamt eine Zahlung von €12.000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, plus verpflichtender fünfmaliger Mitwirkung bei unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

 
Illegale Raubkopien von vier ziemlich schlechten Musik-Alben und drei etwas besseren Filmen durch Claudia Förstl, wohnhaft in Neusiedl am See. Zeitraum: Verteilt über das ganze Jahr 2005! Macht €1000 pro musikalischem Werk und €2000 pro Film, ergibt insgesamt eine Zahlung von €10.000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, plus einer verpflichtenden zehnmaligen Mitwirkung bei unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

Illegale Mitnahme eines Foto-Mobiltelefons ins Kino durch Peter Wildner am 11. August 2005, wohnhaft in Bregenz. Zufällig von einer aufrechten Kino-Mitarbeiterin entdeckt bezahlt der Herr €2000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, plus einer verpflichtenden zweimaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.
 
Illegales Fotografieren der Copyright-Hinweise am Beginn der Filmvorführung von "Matrix 2" im Wiener Apollo-Kino am 13. Juni 2005 durch Marianne Gartlgruber, wohnhaft in Wien. Für dieses freche Vorgehen, das nach Augenzeugenberichten sogar zu Applaus seitens des Kinopublikums geführt hatte und dadurch unsere Ziele in einem hohen Ausmaß sabotiert, stellen wir im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs €5000 in Rechnung, plus einer verpflichtenden zehnmaligen Mitwirkung bei unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.


Illegale Reproduktion von Medienberichterstattung von 0RF ON im Zeitraum zwischen Juni bis September 2005 auf der amateurhaften Website sowie im Schaufenster des Frisörgeschäfts von Christof Riedl, wohnhaft in Wien. Bei allem Stolz darüber, dass die grossen Medien endlich einmal über das eigene kleine Geschäft berichten: Dieser Fall muss als "kommerzielle Raubkopiererei" gewertet werden! Darum Zahlung von €10.000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, plus einer verpflichtenden fünfmaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

 
Illegale Weitergabe dreier käuflich erworbener Klingeltöne von "Scooter" an eine Freundin am 28. Oktober 2005 durch Johanna Hachleitner, wohnhaft in Villach. Gerade in einer Zeit, in der für uns als Industrie das Geschäft mit Klingeltönen immer wichtiger wird, bedarf dieses Vergehen einer scharfen Reaktion! Darum Zahlung von €1000 pro Klingelton im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, macht insgesamt €3000, plus einer verpflichtenden zweimaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

Illegale Reproduktion dreier Bilder von "Robbie Williams" im Zeitraum von 10. August bis 16. November auf der privaten Website von Sonja Strasser, wohnhaft in Linz Urfahr. Wir stellen €500 pro Bild in Rechnung, ergibt insgesamt eine Zahlung von €1500 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, plus einer verpflichtenden einmaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.
 
Illegales Tragen eines vermutlich selbst gemachten und jedenfalls unlizensierten Kostüms von "Darth Vader" im Fasching 2005 auf dem Wiener "Gürtel" durch Herrn Harald Krug, wohnhaft in Wien. Da das Merchandising einen ganz zentralen Geschäftsbereich für uns darstellt, können wir das auf keinen Fall dulden. Zahlung von €3000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs plus einer verpflichtenden fünfmaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.


Illegale Umgehung des Kopierschutzes einer (immerhin) käuflich erworbenen Audio-CD mit einem illegalen Programm durch Nikolaus Hurka, wohnhaft in Arnoldstein. Er behauptet, er hätte den Tonträger ansonsten nicht auf seinem Computer und seinem Autoradio abspielen können. Das mag schon der Wahrheit entsprechen, doch Faktum ist: Es gibt Nutzungsbedingungen, die einzuhalten sind! Zahlung von €1000 im Rahmen eines aussergerichtlichen Vergleichs plus verpflichtender einmaliger Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

 
Illegaler Einbau eines "Fortschrittsbalkens" in eine Flash-Website im Zeitraum zwischen Jänner bis August 2005 durch die "Webdesignerin" Anna Göller, wohnhaft in Kufstein. Der "Fortschrittsbalken" mag millionenfach verwendet worden sein, dies mag bisher vom Patentinhaber grosszügig toleriert worden sein, doch damit ist jetzt Schluss! Für diesen schweren Fall "kommerzieller Raubkopiererei" schlossen wir mit der Dame einen aussergerichtlichen Vergleich ab, der die Zahlung von €50.000 und eine verpflichtende 5jährige Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten beinhaltet.


Illegales Raubkopieren von neun Stück "Benjamin Blümchen" Hörspielen zwischen 10. und 14. August 2005 durch Tanja Jankovski, wohnhaft in Saalfelden. Auch eine werdende Mutter hat kein Recht auf geistigen Diebstahl unserer aufwändig produzierten Produkte. Macht €1000 pro Hörspiel, ergibt insgesamt eine Zahlung von €9000 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs plus einer verpflichtenden viermaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten. Grosszügig setzen wir diese - auch kurzfristig wahrzunehmende - Verpflichtung für eine Dauer von 8 Wochen nach der Kindesgeburt aus.

 
Illegale Verwendung mehrerer unlizensierter "Mickey Mouse" Motive im Schaufenster eines Spielwarengeschäfts im September 2005 durch Wolfgang Kargl, wohnhaft in Innsbruck. Wir haben unsere Lobbyisten teuer dafür bezahlt, dass sie ein Auslaufen des diesbezüglichen Copyrights verhindern und eine Verlängerung des Schutzes um weitere 20 Jahre erreichen! Auch dieser Fall ist als "kommerzielle Raubkopiererei" einzustufen, wir erwarten im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs eine Zahlung von €10.000 plus einer verpflichtenden siebenmaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

Illegale Reproduktion zweier Song-Texte von "Eric Clapton" im "Partner-Profil" einer digitalen "Single-Community" im Februar und März 2005 durch Andreas Klimesch, wohnhaft in Wr. Neustadt. Das entsprechende Profil ist natürlich inzwischen gesperrt, so wird das nichts mit der Liebe! Wir waren hier kulant, darum verrechnen wir nur einen symbolischen Betrag von €300 pro Song-Text, ergibt insgesamt eine Zahlung von €600 im Rahmen des aussergerichtlichen Vergleichs, plus einer verpflichtenden einmaligen Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten.

 
Illegale Modifikation von Kampagnen-Slogans und Motiven am 18. November 2005 durch Helmut Fuchs, wohnhaft in 1070 Wien. Bei diesem ganz speziell "frechen Früchtchen" sind wir leider gezwungen, ein Exempel zu statuieren. Zur Vermeidung uneinbringbarer gerichtlicher Schadensersatzforderungen von mehreren Millionen Euro haben wir einen aussergerichtlichen Vergleich mit dem Herrn abgeschlossen, der nebst einer Zahlung von €50.000 eine lebenslange verpflichtende Mitwirkung an unseren öffentlichen Aufklärungsaktivitäten beinhaltet.